Gute Mundflora - gute Gesundheit
In und auf unserem Körper leben mehr Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze als menschliche Zellen. Was etwas gruselig klingt, ist für die Gesundheit essenziell, denn diese Organismen erfüllen viele überlebenswichtige Funktionen – auch in unserem Mund.
Dieser Artikel erklärt, wie die sogenannte Mundflora zusammengesetzt ist, welche Funktionen sie erfüllt, was sie beeinträchtigt und wie man sie schützen kann.
Sogenannte Probiotika können helfen, den pH-Wert des Mundraums – insbesondere nach dem Verzehr zuckerhaltiger Lebensmittel – wiederherzustellen. Diese sind jedoch eine zusätzliche Maßnahme und sollten nicht als Ersatz für eine gründliche Mundhygiene angesehen werden.
Dieser Artikel erklärt, wie die sogenannte Mundflora zusammengesetzt ist, welche Funktionen sie erfüllt, was sie beeinträchtigt und wie man sie schützen kann.
Was ist die Mundflora?
Die Mundflora, auch orales Mikrobiom genannt, bezeichnet das Zusammenspiel von Bakterien, Pilzen, Viren und Protozoen (Urtierchen) in der Mundhöhle. Die Mundflora erfüllt einige wichtige Funktionen:- Abwehr von Krankheitserregern: Die Mundflora enthält nützliche Bakterien wie Streptokokken und Laktobazillen, die schädliche Keime bekämpfen und somit vor Karies und Zahnfleischentzündungen schützen.
- Verdauung: Nahrung wird in der Mundhöhle durch Bakterien bereits vorverdaut und auf die Weiterverarbeitung im Darmtrakt vorbereitet.
- Regulierung des pH-Werts: Die Mundflora sorgt für einen vorwiegend neutralen pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5 und verhindert damit, dass Säuren den Zahnschmelz angreifen.
- Immunabwehr: Die Mundflora stärkt nicht nur das Immunsystem, sondern fängt auch Krankheitserreger, die über Mund und Nase in die Mundhöhle gelangen und sich dort auf den Schleimhäuten absetzen.
Was beeinträchtigt die Mundflora?
Die Mundflora kann ihre wichtigen Funktionen nur erfüllen, wenn sie intakt ist. Bestimmte Lebensgewohnheiten können jedoch das empfindliche Gleichgewicht stören:- Zucker: Zuckerhaltige Lebensmittel haben einen großen Einfluss auf die Mundflora. Bei der Verstoffwechslung von Zucker werden Säuren freigesetzt, die den Zahnschmelz angreifen und Karies verursachen können. Werden Zähne und Mundraum nicht regelmäßig, gründlich gereinigt, können schädliche Bakterien unter den Zahnfleischsaum wandern und dort eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) auslösen, die sich bei Nichtbehandlung in eine Parodontitis entwickeln kann.
- Genussmittel: Alkohol und Nikotin reduzieren die Speichelproduktion, die als natürliche Zahnreinigung wirkt. Dadurch wird der Säure-Basen-Haushalt im Mund gestört, was das Wachstum schädlicher Bakterien fördert und gleichzeitig das Wachstum guter Bakterien hemmt. Nikotin verengt außerdem die Blutgefäße, was die Durchblutung beeinträchtigt. Dadurch werden Entzündungen des Mundraums und des Zahnfleischs begünstigt. Weiterhin verursacht Rauchen Ablagerungen auf den Zähnen, Mundgeruch und sogar Krebs.
- Krankheiten: Bestimmte Krankheiten wie Diabetes können zu Mundtrockenheit führen, was wiederum die Mundflora aus dem Gleichgewicht bringen und Karies verursachen kann.
- Medikamente: Bestimmte Medikamente wie Blutdrucksenker, Antidepressiva und Antihistaminika (zur Behandlung von Allergien) können ebenfalls zu Mundtrockenheit führen und das Kariesrisiko erhöhen.
Wie kann die Mundflora geschützt werden?
Die wichtigsten Maßnahmen zum Schutz der Mundflora sind eine ausgewogene, zuckerarme Ernährung und eine regelmäßige, gründliche Zahnpflege, um das Wachstum schädlicher Bakterien einzudämmen. Um die schwer zugänglichen Zahnzwischenräume zu säubern, empfiehlt sich die Verwendung von Zahnseide und Interdentalbürsten.Sogenannte Probiotika können helfen, den pH-Wert des Mundraums – insbesondere nach dem Verzehr zuckerhaltiger Lebensmittel – wiederherzustellen. Diese sind jedoch eine zusätzliche Maßnahme und sollten nicht als Ersatz für eine gründliche Mundhygiene angesehen werden.
